Tomaten pflanzen

Hier finden Sie eine Beschreibung, wie man Tomaten aus Samen selbst anziehen kann und was dabei zu beachten ist.

Allgemeines zu Tomaten

Wenn man im Frühjahr in den großen Gartencentern Tomatenpflanzen kauft, bekommt man immer die Standardsorten: Normale runde Tomaten, Fleischtomaten, Buschtomaten und Cocktailtomaten. Der Samen für diese Tomatenpflanzen stammt von den großen Samenanzuchtbetrieben und sind fast ausschließlich F1-Hybriden. Das heißt, dass die Ernte zwar schöne und schmackhafte Früchte hervorbringt, aber das man diese Früchte nicht von den Samen her weiter vermehren kann. Sät man die Samen aus, keimen sie zwar, aber die Früchte dieser neuen Pflanzen sehen ganz anders aus und schmecken auch ganz anders, als die Früchte, von denen man den Samen genommen hat.

Wer also etwas Besonderes haben möchte, kauft Tomatenpflanzen daher nicht in den großen Gartencentern, sondern auf speziellen Gartenbörsen, die im Frühjahr in den Städten veranstaltet werden. Auch Flohmärkte sind eine gute Fundgrube, um an neue alte Sorten zu kommen, die nicht über die Gartencenter vertrieben werden. Man denke da an Sorten wie die Ananastomate, die nicht nur kiloschwere Früchte hervorbringt, sondern auch Früchte, die außen gelb und innen rot sind. Oder an Mariannes Peace, eine Fleischtomate mit nur wenigen Kernen, die wegen ihrer kaum vorhandenen Säure auch von empfindlichen Mägen gut vertragen wird. Es gibt fast schwarze Tomaten aber auch Tomaten in Johannisbeergröße, die zuckersüß schmecken und als ganze Frucht in den Mund wandern.

Fundgrube für Tomatensamen ist auch das Internet. So werden bei den Auktionsplattformen immer wieder Tomatensamen von sogenannten Heirloom-Tomaten angeboten, was aber nichts anderes heißt, als dass man den Samen der Früchte wieder ansähen kann, was bei F1-Hybriden nicht möglich ist.

Tomaten ansähen

Tomatensamen wird Ende Februar bis Mitte April in Töpfe oder Saatschalen gesät, mit etwas Erde bedeckt und solange feucht gehalten, bis die Samen aufgehen. Dieser Tomatensamen keimt dann innerhalb von 14 Tagen. Schneller geht es allerdings, wenn der Samen vorher einen Tag in warmem Wasser eingeweicht wird. Meist keimt er dann innerhalb der ersten Woche. Beim Säen sollte darauf geachtet werden, das der Tomatensamen nicht zu tief (maximal 5 mm) und mit ca. 2 cm Abstand gesät wird. Danach müssen die Saatschalen warm stehen. Wenn die Pflänzchen dann aufgegangen sind, kommen die Schalen an einen kühleren Ort. Die Sämlinge sollten langsam wachsen, damit sie eine kompakte Pflanze mit nicht zu langem Stengel bilden.

Tomaten pikieren

Haben die Tomatensämlinge die ersten richtigen Blätter ausgebildet, wird es Zeit, sie in einzelne Töpfe zu setzen. Auch wenn die Sämlinge jetzt noch klein sind, die Töpfe sollten schon so groß sein, das die Pflanzen bis Anfang Mai darin stehen bleiben können. Ganz normale Blumenerde ist fürs erste durchaus ausreichend. Die Sämlinge werden so tief eingesetzt, dass die Keimblätter gerade noch über der Erde stehen. Pflanzen mit langen dünnen Stengeln kann man durchaus schräg einpflanzen. An den Stengeln bilden sich weitere Wurzeln, die den Tomaten eine größere Standfestigkeit geben. Auch diese Töpfe jetzt möglichst hell und kühl stellen. Kühl heißt aber nicht kalt. Tomatensämlinge vertragen keine Temperaturen unter 10 Grad. Der Boden muss feucht gehalten werden, darf aber nicht naß sein. Bei Temperaturen über 10 Grad kann man die Pflanzen zum Abhärten auf den Balkon stellen, muss sie aber am Abend wieder hereinholen.

Tomaten auspflanzen

Tomaten werden nach dem letzten Frost ausgepflanzt. Dieser ist nach den Bauernregeln um den 20. Mai zu erwarten. Wer seine Tomaten vorher auspflanzen möchte, kann dies in einem Gewächshaus tun. Auch Folienhäuser, die es für Tomaten zu kaufen gibt, geben für eine einzelne kalte Nacht (bis 0 Grad, nicht darunter) noch Schutz. Tomatenpflanzen sollten immer ein Dach über sich haben, damit der Regen nicht die Blätter benässt und die gefürchtete Braunfäule auslöst. Auch jetzt werden die Tomaten wieder tiefer eingepflanzt, als sie vorher in den Töpfen standen. Die ersten Blätter sollten dicht über dem Erdboden stehen, diesen aber nicht berühren. Eine kleine Gabe von Kompost oder handelsüblichen Tomatendüngers unterstützt die Pflanze beim Wachsen. Tomaten sollten nicht zu dicht gepflanzt werden, damit sie schnell abtrocknen können, falls die Blätter doch einmal naß werden sollten.

Tomaten auf dem Balkon

Tomaten können durchaus auf dem Balkon gezogen werden, vorausgesetzt, dieser ist hell und sonnig. Es gibt Tomatensorten, die nehmen mit einem normalen Balkonkasten vorlieb und werden nur ca. 30 cm hoch. Alle anderen Sorten, ob es jetzt eine Busch-, Stab-, Fleisch- oder Cocktailtomate ist, benötigen ein größeres Gefäß. In der Regel reicht durchaus ein 10-l-Putzeimer aus, den man für billig Geld in den Baumärkten erwerben kann. Es sollten allerdings einige nicht zu kleine Löcher in den Boden des Eimers gebohrt werden. Auch ein passender Untersetzer ist vonnöten, damit auf Vorrat gegossen werden kann .

Ausgeizen von Tomaten

Tomaten bilden zwischen dem Stengel und den Blättern neue Triebe. Diese Triebe müssen bei Stab- und Fleischtomaten weggebrochen werden, damit die Pflanze sich auf die Bildung von Fruchttrieben konzentrieren kann. Bei Balkontomaten, Buschtomaten und Cocktailtomaten hingegen ist die Bildung von mehreren Trieben erwünscht und es kann auf das Ausgeizen verzichtet werden.

Tomatenernte

Eigene Tomaten werden immer dann geerntet, wenn sie reif sind, d.h. sie müssen schon richtig Farbe haben. Gegen Ende des Sommers kann man aber auch leicht farbige Tomaten abnehmen. Diese legt man dann in einen mit einem Tuch ausgelegten Schuhkarton oder in eine ausgelegte Schüssel und stellt diese ins Dunkle. Die Tomaten reifen dann noch nach.

Tomatensamen fürs nächste Jahr

Tomatensamen wird von voll ausgereiften Früchten genommen. Die Tomate wird durchgeschnitten und das Gelee mit den Samen wird auf ein handelsübliches Haushaltstuch (Papierrolle) gestrichen. Auf das Blatt schreibt man den Sortennamen der Tomate, das Erntejahr und evtl. noch andere wichtige Informationen. Das Blatt wird mit dem Samen getrocknet, aufgerollt und in den Schrank gelegt, um im nächsten Frühjahr eine neue Anzucht zu beginnen.

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